Eine Reise nach Kassel und zurück (6)


Heute gibt es viel Text. Aber dann ist Kassel auch geschafft. 🙂

So jetzt geht es wieder nach Hause. Wir hatten geschaut wo unser Zugwagen hält und hatten uns brav in den Bereich B gestellt. Der ICE fuhr mit 10 Minuten Verspätung in den Kasseler Bahnhof ein. Kurz bevor er stehen blieb , kam die Durchsage: Die Wagen sind heute in umgekehrter Reihung. Nee, das hatten wir doch schon auf der Hinfahrt. Also Koffer geschnappt und in in Abschnitt G geflitzt. Gut das der Bahnsteig nicht so voll war. In diesem Zug war selbst die 1. Klasse recht voll und wir waren eingerahmt von ganz vielen Kindern. Vätern denen egal war, das ihre Kinder laut kreischend durch die Wagen flitzen. Dabei alles herunterrissen, was in Reichweite war. Ein Kindermädchen was total überfordert war. Die arme Zugbegleiterin tat mir schon recht leid, da fast alle Mitreisenden darum baten, das sie für etwas Ruhe sorgen möchte. Man hörte dann Männerstimmen die sagten: Adriano, wir haben da doch schon drüber geredet, du musste bitte etwas leiser sein. Marie die Dame vor dir findet es nicht gut, das du an ihren Sitz tritts. usw. Es waren 5 Kinder die Remmidemmi machten. Aber ob die Männer nun etwas sagten oder nicht, die Kinder hat es recht wenig interessiert. Das Kindermädchen sagte schon mal gar nichts.

Der Zug fuhr bis Göttingen wo er dann wegen einer Baustelle erst mal warten musste. Egal wir saßen ja bequem. Zwar nicht ruhig, aber das war irgendwann dann auch egal. Kurz nachdem es wieder losging, fasste ich in meine Hosentasche um ein Taschentuch herauszuziehen. Warum ich auf einmal so schwungvoll war, weiß ich nicht. Die Packung flog mir aus der Hand und haarscharf an einem Anzugtypen vorbei. Der zuckte zurück und quickte leicht vor ich hin. Ich bekam einen Lachanfall stand auf um meine Packung zu holen und versuchte mich bei dem Herrn zu entschuldigen, was mir aber recht schwer fiel, da ich so lachen musste.

Weiter ging es bis Wolfsburg wo der Zug wieder stand. Es kam die Durchsage das vor uns ein Feuerwehreinsatz wegen einem Böschungsbrand wäre. Ein Zugbegleiter ging durch unseren Wagen und eine Dame schräg hinter uns sprach den Herrn an und wollte wissen was los ist. Der Zugbegleiter wiederholte die Durchsage, darauf meinte die Dame, das wäre ja komisch, so kurz nach dem Streik ein Böschungsbrand……. Häh, alles schaute zu der „Dame“. Der Zugbegleiter sagte, das wir ja später vorbeifahren würden und sie könnte sich das Spektakel gerne anschauen. Daraufhin meinte sie, ja aber das stinkt ja dann, da können wir ja wohl nicht durchfahren. 🙂 🙂 Der Zugbegleiter schaute die Dame ganz entsetzt an und sagte: ja sollen wir denn zurückfahren. Darauf schaltete sich ein anderer Mitreisender ein und meinte: Mensch, setzen sie den Blinker und biegen doch da vorne nach links ab. Warum die Dame sich veralbert fühlte konnte ich ja nun nicht verstehen. 🙂 🙂

Immer noch ein Höllenspektakel von Adriano und co. Die Durchsage kam, das wir gleich Berlin Spandau erreichen würden. Die Herrn die zu den Kindern gehörten, haben es bei dem Krach wohl nicht verstanden. Der Zug fuhr in den Bahnhof ein und die Herren sprangen entsetzt auf. Der erste packte die Koffer, der zweite schob die Kinder raus, das Kindermädchen hiefte einen Kinderwagen zur Tür , dann flogen Schuhe  und Jacken aus dem Zug. Die Türen schlossen sich, man sah die Herrschaften draussen nachzählen, ob alle Kinder da waren. Puh, die hatten sie wenigsten, aber zwei Koffer fuhren weiter mit uns mit.

Schadenfreude ist gemein, aber dann waren alle Mitreisenden und wir gemein…

Das wars. Kassel war geschafft.

Danke fürs Durchhalten. 🙂

 

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12 Kommentare zu „Eine Reise nach Kassel und zurück (6)

  1. ich kann euch sehr gut verstehen, da waere ich auch schadenfroh gewesen. Und die Dame, hat sie sich das „Spektakel“ dann angesehen, oder den Blinker raus und ist abgebogen???? Allles Liebe zum WE und alles Gute

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  2. Boah, das war ja eine Rückreise der besonderen Art.
    Meine Güte, wie kann man Kinder so loslassen und sie alles verwüsten lassen.
    Dazu noch erste Klasse.
    Immerhin habt ihr beide euer Ziel erreicht, das ist wichtig, lach.

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  3. Umgekehrt? Ein Deja-vu!!!!

    Alles in allem eine wunderbar unterhaltsame Reise mit jeder Menge Potenzial! Schön war es! Danke, dass Du uns mitgenommen hast! 🙂

    LG
    AnDi

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      1. Nicht witzig, das stimmt! Die Bahn hat eine seltsame Vorstellung von Humor und Leidensfähigkeit ihrer Gäste….
        Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
        AnDi

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